Arbeitshypothese des Versuchs war folgender Zusammenhang. Wenn wir z.B. ein Gulasch lange kochen, werden die Gulaschstücke butterweich und irgendwann zerfällt das Fleisch in Fasern. Wenn wir also die Fleischdosen kochen, müssten wir dann ja auch Fleischfasern erkennen können. Dosen mit hohem Fleischanteil müssten dann aussehen wie gekochtes oder gebratenes Gehacktes/ Faschiertes.

Um 15.00 Uhr haben wir den Versuch gestartet. Hier geht es zum Startvideo!

 

 

In der ersten Stunde dehnten sich die Dosen aus der Futterkiste alles nach oben hin aus. Bei den Supermarktdosen hat sich bei Zweien die Soße mehr verflüssigt, bei der anderen passierte nichts.

 

 

 

 

 

 

 

Die meisten festen, flüssigen und gasförmigen Körper dehnen sich beim Erwärmen aus und ziehen sich beim Abkühlen zusammen. Gase dehnen sich bei Erwärmung am meisten, feste Stoffe am wenigsten aus. Die Dose, die sich nicht ausgedehnt hat, war also folglich besonders fest.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach einer Stunde sahen die Dosen so aus

 

Die Futterkistendosen wurden immer mehr zu einem Fleischbrei bzw. einer Fleischgrütze. Gemüsebestandteile waren deutlich sichtbar. Auch Fleischfasern konnte man erkennen.

 

 

Im Bereich der Supermarktdosen waren bei Zweien Formstücke zu erkennen, die sich nicht verändert haben. Die Flüssigkeit drum herum verdunstete. Die andere Dose veränderte sich unmerklich – keine Flüssigkeitsbildung oder Ausdehnung.

In diesen Videos findet Ihr die Entwicklung von 17.00 Uhr, 18.00 Uhr und 19.00. Der Fleischbrei brodelte vor sich hin und bei den Supermarktdosen passierte nix.

 

 

Nun geht es ans Ausschütten! Die Futterkistendosen haben die Konsistenz von Fleisch-Gemüse-Brei.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Kale Fleischtopf hat folgende Zusammensetzung:

Zusammensetzung: 90 % Rindfleisch (Muskelfleisch, Lunge, Herz), 10 % Gemüse.

So sieht es auch irgendwie aus.

 

Das Putenpfandl hat folgende Zusammensetzung:

Zusammensetzung: 80.0% Putenfleisch + Putenmägen 4.0% Kartoffeln 8.0% Karotten Weitere Zutaten: Hüttenkäse, Sonnenblumenöl, Bierhefeflocken, Flohsamenschalen, Meersalz.

Das Putenfleisch ist feiner und heller. Es sieht glaubwürdig aus.

Jetzt ein Wort zur Deklaration. Man unterscheidet zwischen offener und geschlossener Deklaration.

Geschlossene Deklaration

Offene Deklaration

Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, Getreide, Mineralstoffe, pflanzliche Nebenerzeugnisse, Öle, Fette, Fleischbrühe

65% Fleischanteil ausschließlich Rind, bestehend aus Rindermuskelfleisch, Rinderlunge, Rinderleber, Rinderschlund, 26,5% Wasser, 4% Kartoffeln, 2% Karotten, 1% pflanzliche Dickungsmittel, 0,5% Petersilie, 0,5% Leinöl

 

Bei der geschlossenen Deklaration werden Inhaltsstoffe zu Gruppen zusammengefasst. Es gibt keine Prozentangaben oder andere Mengenangaben. Nur die Reihenfolge der Aufzählung gibt Hinweise auf die mengenmäßige Zusammensetzung. Der Inhaltsstoff, von dem am meisten im Futter enthalten ist, muss an erster Stelle stehen usw.. Die offene Deklaration ist freiwillig. Hersteller, die offen deklarieren haben damit für uns mal einen Pluspunkt.

Jetzt mal zur Deklaration unserer „Lieblingsdose“, das war die, die sich nicht verändert:

Zusammensetzung:
Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (51% u.a. 21% Rind, Lamm und Huhn, Getreide, Mineralstoffe, pflanzliche Nebenerzeugnisse (u.a. 0.5% getrocknete Rübenschnitzel), Öle und Fette (0.5% Sonnenblumenöl),

Zusatzstoffe:
Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe: Vitamin D3: 150 IE, Vitamin E: 70 mg, Calciumjodat wasserfrei: 0.4 mg, Kupfersulfat Pentahydrat: 4 mg, Eisensulfat Monohydrat: 10 mg, Mangan-(II)-sulfat-Monohydrat: 6 mg Zinksulfat Monohydrat: 89 mg / Technologische Zusatzstoffe: Cassia-Gum: 1000 mg.

Was sind tierische Nebenerzeugnisse? Es sind Klaue, Hörner, Wolle, Federn, Sehnen, Euter, Milz, Ohren, Schnäbel, Knochenmehl und Tiermehl. Da schmilzt die menschliche Vorstellung von 51% gutem Fleisch dahin.

An zweiter Stelle und damit dem mengenmäßig zweitgrößten Bestandteil der Dose steht Getreide. Welches wissen wir nicht!

Was sind pflanzliche Nebenerzeugnisse? Es sind z.B. Erdnussschalen, Rübenschnitzel, Melasse, Pressrückstände aus der Ölgewinnung oder Strohspelzen. Kauft Ihr das, wenn das offen deklariert wird?

Und jetzt noch so ein Appetithappen: Mangan(II)-sulfat ist ein Schwermetall-Salz, das auch desinfizierend und keimtötend wirkt. Beim Getreideanbau wird es in geringsten Konzentrationen den Düngemitteln zur Bekämpfung der Dörrfleckenkrankheit zugesetzt. Mangan(II)-sulfat ist als Färbemittel geeignet, es wird zum Beispiel bei der Porzellanmalerei verwendet. Das braucht das Haustier! Den Rest könnt Ihr selber googeln.

Mein Verdacht, dass es sich bei den Formstücken nicht um Fleisch handelt, wird durch Lesen der Deklaration erhärtet. Was es ist, wird uns der Hersteller nicht verraten. Aber es ist etwas, dass wir definitiv nicht füttern wollen.

In diesem Sinne schaut, was auf den Dosen drauf steht. Und kochen hilft auch manchmal :-).